Geschichten in Schichten

Die Geschichte mit dem Kleinerwerden
Heute morgen wurde es mir bewusst. Ich muss kleiner geworden sein. Zumindest werfe ich seit ein paar Wochen nichts mehr um in unserem Bus, wenn ich „nur mal eben“ meine Socken von hinten holen will. Inzwischen bewegen wir uns beide ziemlich selbstverständlich auf den knapp vier Quadratmetern. Erstaunlich, wie auf so kleinem Raum doch alles inklusive zwei ausgewachsenen Menschentieren seinen Platz findet. Spätestens seitdem wir uns noch zwei günstige Campingklappstühle gekauft haben, gibt es neben Küche und Schlafzimmer jetzt auch noch ein Outdoor-Wohnzimmer.
Wir feiern täglich bestimmte Gegenstände wie Gaffa-Tape oder unsere Bettkonstruktion und vermissen im Gegenzug so gut wie nichts, was zuhause geblieben ist. Ja, man kommt doch mit ganz schön wenig im Leben aus und es tut gut, das mal wieder festzustellen.
Und während wir nach außen immer kleiner werden, wachsen in uns die Welten, die wir entdecken.
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Die Geschichte mit den Mücken
Nachdem uns die Biester nun schon den Schlaf der ein oder anderen Nacht bösartig geraubt haben, habe ich keine Skrupel, dieses Bild zu posten.
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Die Geschichte mit der Grenze
Nein, es kommt jetzt keine Erzählung darüber, wie wir fünf Stunden warten mussten und bis auf die Unterhose gefilzt wurden. So war es nämlich nicht. Und trotzdem blieb es nicht unbemerkt, dass wir heute die EU verlassen haben. Ich zähl mal kurz durch … ich glaub, es waren fünf Grenzhäuschen mit Schranke, die wir passieren mussten. Und als wir an der letzten ankamen, schickten uns die beiden Beamten postwendend zurück zum „big building“, weil wir ja noch keinen der drei notwendigen Stempel im Pass hatten. Dass das „große Gebäude“ keine Grenzimbiss-, Geldtausch, Dutyfreeshophalle, sondern ein offizielles Einreiseamt war, stand nirgendwo. Daher waren wir zuvor einfach drum herum gefahren. Also zurück und Einreisestempel geholt, dann zum nächsten Schalter und den Stempel für den Bus bekommen. Der wird nämlich in der Türkei direkt im Reisepass vermerkt. Dann in ein weiteres Büro und noch einen Stempel bekommen. Wofür der war, wissen wir beide nicht so genau. Der lustlose Mann, den wir gerade beim Schreibtischaufräumen störten, stellte eine Frage zum Auto, dass er aus dem Fenster allerdings nicht sehen konnte, weil wir ja aufgrund unseres Umkehrens wo ganz anders standen. Dann wollte er, glaub ich, noch wissen, ob wir etwas zu verzollen hätten. Als wir nein sagten, stempelte er etwas in den Pass und ab dafür. Dabei hätten wir laut ADAC-Infoblatt unser Campingmesser angeblich anmelden müssen. Nunja, das ist jetzt illegal im Land. Wir aber nicht. Wir sind in der Türkei.
Und inzwischen seit gut drei Stunden auch in Istanbul!

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MISSION ACCOMPLISHED! YIEEEHAAA!

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